Matthias Daneck‘s N.O.W.
Matthias Erlewein Saxophon Norbert Scholly Gitarre
Henning Sieverts Bass Matthias Daneck Drums
Nach "Seven portraits of obviously unpredictable mood swings and subsequent behaviour" ist Matthias Daneck's N.O.W. jetzt mit dem "Narrenschiff"-Programm unterwegs. Beide CD-Produktionen sind per Email (>contact) bestellbar.
Infos zum aktuellen Programm:
Es gibt einige Musiker, die guten Jazz machen..........

........hier aber geht es noch um viel mehr:
Um Gut und Böse!
Genauer gesagt um das Narrenschiff aus dem 15.Jhd.,
geschrieben in Basel von Sebastian Brant aus Strassburg.

Ein moralischer Leitfaden, der einem Menschen in allen
Lebenslagen sagt, was er zu tun und vor allem zu lassen hat in
dieser Welt voller Irrungen und Laster.
Matthias Daneck's N.O.W. gibt sich in seinem Narrenschiff-
Programm sechs ausgewählten Prachtexemplaren der
Sünde hin und lebt diese unverschämt unverblümt
auf der Bühne aus.
Eben gerade das ist Jazz!
Die Kompositionen aus Daneck's Feder handeln
von Eigensinn...

...Faulheit...

...Spötterei...

...und mehr!
Die vier Musiker, allesamt keine Unbekannten der
europäischen Jazzszene -wie diverse Auszeichnungen
belegen-, spielen dabei Rollen, mit Hilfe derer sie die Verseauslegen und die sie im Kontext des Jazz improvisatorischlebendig werden lassen können. Eine der hervorstechendsten Eigenschaften von Matthias Daneck's N.O.W.ist die Fähigkeit der Instrumentalisten, sich trotz desarrangierten Notenmaterials Freiräume zu schaffen für Interaktion und Spontanität. So entstehen immer wiederüberraschende und ungeahnte Wendungen im Verlauf derMusik. Auch gerade deswegen erscheint Sebastian Brants
„Narrenschiff“ als eine ideale Vorlage. Die Inhalte sollen
aber nicht mit dem moralisierenden Zeigefinger vermittelt werden, sondern es werden Selbstreflektion, der Gedankedes „Wir sitzen alle im selben Boot“ , aber auch Schalk undSelbstironie im Vordergrund stehen.
Die Besetzung der Gruppe besteht aus Matthias
Erlewein, Saxophon (Köln);
Norbert Scholly, Gitarre (Köln);
Henning Sieverts, Kontrabass (München) und Matthias Daneck, Schlagzeug und Komposition (Freiburg).
Kritik vom April 2004 in den Jazzpages:
Matthias Daneck´s N.O.W.
Das Narrenschiff
Factory Outlet Records,Vertrieb Jazz-Network 2004-1
So klingt es, wenn das 15. und das 21. Jahrhundert zusammentreffen. Da geht es tänzerisch beschwingt und eigensinnig zu, da schleppen sich Sounds träge dahin, buhlt die Musik im Balladenfeeling, schreien Gitarre und Saxophon schrill wie Spottvögel.
Sebastian Brant´s „Narrenschiff” aus dem Jahr 1494, ein satirisch-typologisches Versgedicht, zählte zu den beliebtesten Bücher seiner Zeit. Der Dichter und Jurist klagte mit seinen Figuren, die auf dem Schiff und der Suche nach einem Paradies für Narren durch ihre Laster und Torheiten ums Leben kommen, die Dummheit, Boshaftigkeit und Gotteslästerlichkeit mittelalterlicher Stände an.
Auf ebenso eindringliche wie einfühlsame Weise hat der Komponist und Schlagzeuger Mattias Daneck die Verse in Musik umgesetzt. Und trotz des engen Korsetts der Programm-Musik finden Daneck, der Gitarrist Norbert Scholly, Bassist Henning Sieverts und Saxophonist Matthias Erlewein ausreichend Freiraum für Soloausflüge.
Das Quartett N.O.W. und Sprecher Norbert Küber erinnern in bestem Sinn an die Jazz-und-Lyrik-Produktionen von J.E. Berendt und anderen, die neben den deutschen Expressionisten bereits die Barockdichtung entdeckt hatten. Auch manche klanglichen Stimmungsbilder knüpfen an jene Produktionen an.
So entstehen musikalische Gedichte, in denen Saxophon und Gitarre sich duellieren, das Schlagzeug stupenden Rhythmusteppich webt oder und ungeraden Metren vorantreibt, der Bass in einem sonoren Lauf begleitet. Sanfte Lyrismen wie in „Von Buhlschaft“ stehen neben expressiven, ungebundenen Ausbrüchen und mit einem spannenden Schlagzeugsolo – wie in „Eigensinn“. Vielseitig wie die Laster ist die Musik und dennoch wiederum so ansprechend, dass der Zuhörer in Versuchung geraten könnte, selbst zu sündigen. Diese CD ist mehr als eine Sünde wert.