the instant loop generation
dancefloor beats mixed with jazz and ethno using a secret formula!
hier kocht ein hexenmeister eine brodelnde suppe aus dancemusic, jazz, funk und ethno. dabei verwendet er ganz unübliche essenzen und bedient sich einer selbstentwickelten und völlig neuartigen technik des livesamplings. dadurch entstehen höchstaktuelle sounds und grooves - nicht wie gewohnt im studio vorgefertigt, sondern live aus dem moment heraus! mal klingen seine experimente wie weather report im 21.jahrhundert, dann wie drum'n bass im jazzclub der fünfziger jahre. aus improvisationen werden loops, die wiederum den teppich zu neuen improvisationen legen. so nimmt die musik immer wieder einen überraschenden verlauf und jedes konzert wird zu einem buchstäblich "einzigartigen" ereignis.
matthias daneck - drums, keyboard, percussion, voice, vocoder, livesampling
the instant loop generation solo in Heilbronn 07
no dave & the instant loop generation live 09
Kritik in der Badischen Zeitung vom 17.8.09 von Barbara Ruda:
Der Reiz der Wiederholung
No Dave & The Instant Loop Generation im Kieswerk
Der Name "Instant Loop Generation", den Matthias Daneck seinem bis dato sicherlich ungewöhnlichsten Projekt gegeben hat, ist Programm, denn er steht für spontane Klangerzeugung auf der Bühne mit Hilfe von Instrumenten und elektronischem Equipment. Er impliziert aber nicht im mindesten, in welche ungeahnten neuen Hördimensionen der Freiburger Schlagzeuger, der in zahlreichen regionalen und überregionalen Jazzformationen mitwirkt, und sein aktueller Partner "No Dave" alias Klaus Pfister das Publikum bei ihren Konzerten entführen. 30 Zuhörer durften am Samstagabend beim Auftritt von No Dave & The Instant Loop Generation im Kieswerk im Weiler Dreiländergarten anlässlich der Finissage einer Kunstausstellung diese erstaunliche Erfahrung machen und begaben sich auf eine Reise durch hypnotisch wirkende Klangschleifen und -flüsse aus live erzeugten Rhythmus- und Melodiefragmenten.
Treffend also die Aufforderung "Fasten your seat belts and enjoy", die No Dave beim Intro ins Mikrophon hauchte. Auch die von allen Emotionen befreite menschliche Stimme als lautmalerische Orchestrierung gehörte zu den Komponenten, mit denen die beiden Soundlaboranten ihre Laptops fütterten. All diese von der solchermaßen "beseelten" Maschine in Endlosschleifen übereinandergeschichteten minimalistischen Grundpartikel türmten Daneck und Pfister mit ihren Improvisationen auf echten Musikinstrumenten und so genannten Toys zu komplex verschachtelten Tongebäuden auf, ließen sie wieder zerfallen und in einer neuen Klangfarbe schillern.
Das, was man etwas abschätzig als "Monotonie" bezeichnet, entstand in keinem Augenblick. Jeder Moment entwickelte seinen ganz eigenen Reiz. Die Wiederholbarkeit schien die beiden Musiker zu befreien und zu beflügeln: Sie schufen eine magische Mixtur aus wirklich unerhörten Sounds. Was drang einem da nicht alles in die Ohren: indische Tempelglöckchen zum Bigbeat, ein Synthie-Reggae mit Steeldrums und ätherischer Harfe, eine basslastige Scheherazade auf dem Dancefloor, hitzige Indie-Stromschläge, Dschungle-House mit dem Tröten eines Elefantes, eine flirrende Reminiszenz an den großen Miles Davis, Kindergelächter . . . Dazu der junge Schweizer Sem Bühlmann, der im stimmigen Ambiente des alten Industriedenkmals die modernen Töne in seinen "visuals" in Bilder umsetzte und auf Leinwand projizierte.
Matthias Daneck und Klaus Pfister holten die Fusionsmusik der 70er aus der Mottenkiste, bliesen den Staub der Jahrzehnte weg und transportierten sie mit der Integration zeitgenössischer Stile wie dem Electronic Underground, dem Nu Jazz oder der Club-Musik mitten ins 21. Jahrhundert hinein. Ein bisschen war man auch an Kraftwerk erinnert. Das, was vor 40 Jahren die deutsche Band an Pionierarbeit auf dem Gebiet der elektronischen Musik geleistet hatte, führen die beiden konsequent weiter. Da war es dem begeisterten Publikum denn auch vollkommen egal, dass der angekündigte polnische Tänzer nicht mit von der Partie war bei diesem experimentellen Höhenflug par excellence.